Aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen für Gottesdienste und der Menschen, die sich noch nicht wieder in die Kirchen wagen, wurde im Dekanat Kempten beschlossen, bis Weihnachten zweimal im Monat einen kurzen Gottesdienst aus verschiedenen Kirchen unserer Region zu veröffentlichen.

Sie finden die Beiträge unter folgenden links:

https://www.dekanat-kempten.de/engagiert/auf-ein-wort-mit-orgelmusik

https://www.facebook.com/allgaeuevangelisch

 

Auf folgende Termine dürfen Sie sich noch freuen:

5.7., aus St.-Stephan Lindau
19.7., aus der St.-Mang-Kirche Kempten
9.8., aus der Täufer-Johannis-Kirche Sonthofen
6.9., aus der Heilig-Geist-Kirche Oberstaufen
20.9., aus der Johanneskirche Lindenberg
4.10. Erntedank, aus der Auferstehungskirche Waltenhofen
18.10., aus St.-Stephan Lindau
1.11., Allerheiligen, aus der Dreifaltigkeitskirche Kaufbeuren

Die nächsten beiden Termine werden eventuell getauscht:
29.11., 1. Advent, aus der Christuskirche Füssen
13.12., 3. Advent, aus der Johanneskirche Lindenberg

24.12. Heilig Abend/Weihnachten, aus der St.-Mang-Kirche Kempten

Steh auf und geh….

…..so lautete das Thema des Weltgebetstags, zu dem Frauen aus Simbabwe zu einem Gottesdienst mit einer außerordentlichen Liturgie einluden. Sie hatten alle Texte der Regierung vorlegen und um jedes Wort kämpfen müssen.

Eigentlich wird der Tag weltweit in der ersten Märzwoche  gefeiert, aber leider mussten wir (Barbara Krammer, Sabrina Tiedtke und ich mit einem Team aus katholischen, syrisch-orthodoxen und evangelischen Frauen) den  ökumenischen Gottesdienst verschieben.

Am Mittwoch, dem 24.06.2020, konnten wir den Weltgebetstag dann endlich mit 30 Christinnen und Christen in der Kirche Zu den Acht Seligkeiten nachfeiern.

Aufgrund des Corona-Hygienekonzepts musste zwar auf Chorgesang und Livemusik verzichtet werden, aber  trotzdem war die Kirche erfüllt von afrikanischen Klängen und Liedern.

Simbabwe wurde uns mit all seinen Schattenseiten wie Arbeitslosigkeit und Korruption, aber auch mit der Hoffnung auf eine Verbesserung der Lebensumstände besonders für Frauen und Kinder vorgestellt.

„Ubuntu“ spielt dabei  in ihrem Alltag eine große Rolle. „Ubuntu“ heißt „Ich bin, weil wir sind“. Verbundenheit in der Gemeinschaft ist Teil der Kultur Simbabwes.

Der Satz aus dem Johannes-Evangelium (Joh. 5:2-9a) „Steh auf, nimm deine Matte und geh“ begegnete uns im Gottesdienst nicht nur in den Liedern immer wieder, sondern zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Liturgie. Jesus macht uns Mut, aufzustehen, unsere Matte zu nehmen – was immer das für uns sein mag – und zu gehen: unser Tun zu überdenken, Sichtweisen zu ändern, zu handeln und neu zu beginnen. Nicht irgendwann, sondern hier und jetzt!

Barbara Krammer gab uns dies auch in Impulsen mit auf den Weg.

 

Statt eines Ausklangs bei einem Mitbringbüffet, wie in den Jahren zuvor üblich, tauschten wir uns  heuer über das Erlebte noch eine Weile vor der Kirche aus.

2021 wird das Gastland des Weltgebetstags Vanuatu, ein Inselstaat im Südpazifik, sein.

An dieser Stelle möchten wir allen, die den Gottesdienst möglich gemacht haben, herzlich  danken.

Andrea Shariati

3. Sonntag nach Trinitatis

 

Liebe Gemeinde,

ein Referent begann sein Seminar damit, dass er einen Fünfzigeuroschein hochhielt und fragte: „Wer will diesen Fünfzigeuroschein haben?“

Einige schauten ein wenig zweifelnd – wollte er wirklich fünfzig Euro einfach so verschenken? Doch die meisten hoben sofort die Hand. Es gab ja nichts zu verlieren.

„Okay“, fuhr der Referent fort. „Viele wollen den Geldschein haben. Aber wenn ich nun folgendes mit dem Geldschein mache“, sagte er und knüllte den Schein zu einem kleines Klumpen zusammen, „wer will ihn dann noch haben?“

Immer noch hoben viele im Saal die Hand.

„Eine letzte Frage“, sagte der Referent. „Wollt ihr den Geldschein immer noch haben, auch wenn ich das mache?“ Und er warf den Geldschein auf den Boden, trat auf ihn und hob ihn wieder auf. Nun war der Geldschein zerknüllt, schmutzig und ein bißchen kaputt.

Doch die Hände im Saal hoben sich immer noch.

„Ihr habt die erste Lektion für heute gelernt“, sagte der Referent. „Ganz egal, was ich mit dem Schein getan habe – ihr wolltet ihn immer noch haben. Weshalb? Doch wohl deshalb, weil er nicht seinen Wert verloren hat, egal, was ich auch mit ihm gemacht habe. Ihr seid wie Geldscheine. Das Leben wird euch ein ums andere Mal zusetzen, ihr werdet euch kaputt und angestoßen fühlen. Aber ihr behaltet weiterhin euren Wert. (…) Euer menschlicher Wert beruht nicht auf dem, was ihr tut oder was ihr könnt, sondern auf dem, was ihr seid.“

(aus: Kristina Reftel, Ich habe nach dir gewonnen. Weisheitsgeschichten für einen anderen Blick auf das Leben, München 2015) 

 

Liebe Gemeinde,

am 3. Sonntag nach Trinitatis geht es um alles, was verloren geht oder verloren gehen kann. Berühmte biblische Geschichten sind Grundlage für die Gottesdienste: Der verlorene Sohn, das verlorene Schaf, der Zöllner Zachäus, der sich durch seine Betrügereien selbst ins Abseits manövriert hatte. Die biblischen Figuren führen uns vor Augen, wie es ist, verloren zu sein, vom Leben gebeutelt und von anderen isoliert. Ein Gefühl, das sich manchmal in unserem eigenen Leben auch einstellt.

Die Botschaft hinter den Geschichten und Texten macht uns Mut: Gott gibt keinen auf. Der gefallene Sohn kehrt nach Hause zurück und wird mit offenen Armen vom Vater empfangen, der Hirte sucht solange nach seinem Schaf, bis er es wieder gefunden hat, der Zöllner Zachäus bekommt Gesellschaft von Jesus.

Für Gott sind wir unendlich wertvoll, auch wenn wir in unseren eigenen Augen voller Makel sind und vieles falsch gemacht haben. Auch wenn uns die Welt manchmal einflüstern will, wir wären nicht wichtig und ohne Belang – bei Gott gilt das nicht, für ihn sind und bleiben wir seine geliebten Kinder.

 

Lobe den Herrn, meine Seele (KAA 010)

 

Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen.

Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht, Amen.

Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

  1. Der meine Sünden vergeben hat, der mich von Krankheit gesund gemacht, den will ich preisen mit Psalmen und Weisen, von Herzen ihm ewiglich singen.
  2. Der mich im Leiden getröstet hat, der meinen Mund wieder fröhlich macht, den will ich preisen mit Psalmen und Weisen, von Herzen ihm ewiglich singen.
  3. Der mich vom Tode errettet hat, der mich behütet bei Tag und Nacht, den will ich preisen mit Psalmen und Weisen, von Herzen ihm ewiglich singen.

Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen.

Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht, Amen.

Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

 

2. Sonntag nach Trinitatis

 

Liebe Gemeinde,

vielleicht kennen Sie das: nach einer Wanderung den Gipfel erreichen, einen schönen Platz suchen, den Ausblick genießen auf das weite Land. Und dann aus dem Rucksack eine noch halbwegs kühle Gipfelhalbe ziehen. Gerne auch alkoholfrei. Zisch. Mmm. Aah. Das ist was Tolles.

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Mt 11,28)

Dieses Wort Jesu ist für mich die Gipfelhalbe des Glaubens!

Jesus lädt mich ein, eine Pause zu machen: Er richtet sich an alle, die müde vom Wandern sind, die es leid sind, Erwartungen anderer erfüllen zu müssen, die sie nicht erfüllen können. „Ich will euch ausruhen lassen!“ sagt er.

Wer diese Einladung annimmt, kann einmal in Ruhe auf alles schauen. Die Sorgen liegen dann ganz weit weg im Tal. Und am Horizont ist wieder Platz für Träume.

Jetzt könnte man einwenden: die Pause auf dem Gipfel hinkt als Vergleich – weil ich ohne große Anstrengung doch gar nicht auf einen so einen schönen Gipfel komme.

Doch auf den Lebensweg bezogen glaube ich: Auch kleine Anstrengungen führen auf Anhöhen. Nur: wenn ich überhaupt keine Pause mache und immer getrieben bin, sehe ich gar nicht, was für Ausblicke schon möglich sind.

Nicht der Weg ist das Ziel, sondern die Pause.

Wie schön ist der Ausblick in die Weite. Dort oben, auf dem Gipfel des Glaubens. Hier herrsche nicht ich, sondern der Schöpfer des Himmels und der Erde. Er gönnt meiner Seele Ruhe. Das kann ich manchmal gar nicht glauben. Müsste ich nicht noch mehr Anstrengungen leisten, um diese Pause zu verdienen? Müsste ich nicht all meine Zweifel unterdrücken oder zumindest geklärt haben, um die Einladung Jesu überhaupt annehmen zu können?

Nein, sagt er: Sie ist den Unmündigen offenbart!

Ja, wo gibt’s denn so was, möchte mancher Kluge fragen?

Sowas gibt’s bei Jesus. Die Unmündigen sind die, die sich von Gott noch überraschen und etwas zeigen lassen wollen.

Amen

 

Gebet

Gott,

dir lege ich hin, was mich bedrängt und mein Herz schwer macht.

Lass mich nicht verzweifeln, sondern ruhig werden in dir.

Du bist meine Zuflucht, mein Ruheort, meine innere Weite.

Ich danke dir dafür.

Amen.

 

 

In der ARD-Mediathek finden Sie eine interessante Doku zum Projekt „Wir schicken ein Schiff!“ bzw. dem Aktionsbündnis United4rescue, dem unsere Kirchengemeinde angehört.

Den Fernsehbeitrag können Sie mit folgendem link aufrufen:

https://www.ardmediathek.de/daserste/video/reportage-und-dokumentation/wir-schicken-ein-schiff/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydGFnZSBfIGRva3VtZW50YXRpb24gaW0gZXJzdGVuL2JlMWVhYjc4LTJkZWItNDk2ZS1hYjg2LWUyMTM5NTMxMzM5Mw/