3. Sonntag nach Trinitatis

 

Liebe Gemeinde,

ein Referent begann sein Seminar damit, dass er einen Fünfzigeuroschein hochhielt und fragte: „Wer will diesen Fünfzigeuroschein haben?“

Einige schauten ein wenig zweifelnd – wollte er wirklich fünfzig Euro einfach so verschenken? Doch die meisten hoben sofort die Hand. Es gab ja nichts zu verlieren.

„Okay“, fuhr der Referent fort. „Viele wollen den Geldschein haben. Aber wenn ich nun folgendes mit dem Geldschein mache“, sagte er und knüllte den Schein zu einem kleines Klumpen zusammen, „wer will ihn dann noch haben?“

Immer noch hoben viele im Saal die Hand.

„Eine letzte Frage“, sagte der Referent. „Wollt ihr den Geldschein immer noch haben, auch wenn ich das mache?“ Und er warf den Geldschein auf den Boden, trat auf ihn und hob ihn wieder auf. Nun war der Geldschein zerknüllt, schmutzig und ein bißchen kaputt.

Doch die Hände im Saal hoben sich immer noch.

„Ihr habt die erste Lektion für heute gelernt“, sagte der Referent. „Ganz egal, was ich mit dem Schein getan habe – ihr wolltet ihn immer noch haben. Weshalb? Doch wohl deshalb, weil er nicht seinen Wert verloren hat, egal, was ich auch mit ihm gemacht habe. Ihr seid wie Geldscheine. Das Leben wird euch ein ums andere Mal zusetzen, ihr werdet euch kaputt und angestoßen fühlen. Aber ihr behaltet weiterhin euren Wert. (…) Euer menschlicher Wert beruht nicht auf dem, was ihr tut oder was ihr könnt, sondern auf dem, was ihr seid.“

(aus: Kristina Reftel, Ich habe nach dir gewonnen. Weisheitsgeschichten für einen anderen Blick auf das Leben, München 2015) 

 

Liebe Gemeinde,

am 3. Sonntag nach Trinitatis geht es um alles, was verloren geht oder verloren gehen kann. Berühmte biblische Geschichten sind Grundlage für die Gottesdienste: Der verlorene Sohn, das verlorene Schaf, der Zöllner Zachäus, der sich durch seine Betrügereien selbst ins Abseits manövriert hatte. Die biblischen Figuren führen uns vor Augen, wie es ist, verloren zu sein, vom Leben gebeutelt und von anderen isoliert. Ein Gefühl, das sich manchmal in unserem eigenen Leben auch einstellt.

Die Botschaft hinter den Geschichten und Texten macht uns Mut: Gott gibt keinen auf. Der gefallene Sohn kehrt nach Hause zurück und wird mit offenen Armen vom Vater empfangen, der Hirte sucht solange nach seinem Schaf, bis er es wieder gefunden hat, der Zöllner Zachäus bekommt Gesellschaft von Jesus.

Für Gott sind wir unendlich wertvoll, auch wenn wir in unseren eigenen Augen voller Makel sind und vieles falsch gemacht haben. Auch wenn uns die Welt manchmal einflüstern will, wir wären nicht wichtig und ohne Belang – bei Gott gilt das nicht, für ihn sind und bleiben wir seine geliebten Kinder.

 

Lobe den Herrn, meine Seele (KAA 010)

 

Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen.

Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht, Amen.

Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

  1. Der meine Sünden vergeben hat, der mich von Krankheit gesund gemacht, den will ich preisen mit Psalmen und Weisen, von Herzen ihm ewiglich singen.
  2. Der mich im Leiden getröstet hat, der meinen Mund wieder fröhlich macht, den will ich preisen mit Psalmen und Weisen, von Herzen ihm ewiglich singen.
  3. Der mich vom Tode errettet hat, der mich behütet bei Tag und Nacht, den will ich preisen mit Psalmen und Weisen, von Herzen ihm ewiglich singen.

Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen.

Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht, Amen.

Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

 

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